© 2005 - 2012 by Roland Kopf | Historisches zum VfR Kandel
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Vom VfR 1920 zum TSV 1886 und zurück
zum VfR 1976
Nach dem ersten
Weltkrieg, als ein Teil der Jugend nach einer neuen Form der körperlichen
Ertüchtigung suchte, nach Sport und Spiel, entstand 1920 der Verein
für Rasenspiele Kandel, der ruhmreiche VfR, der in kurzer Zeit zu
einem bedeutsamen Faktor im südpfälzischen Sportleben wurde.
Der
Gedanke der sportlichen Breitenarbeit wurde zum ersten Male
aufgegriffen und trug reiche Früchte. Dieser VfR wurde nicht nur
die Keimzelle des Fußballsports in Kandel, sondern auch die Wiege
des olympischen Kernsportes, der Leichtathletik. Große sportliche
Veranstaltungen, die werbend und beispielgebend für das Grenzgebiet
wurden, bei denen ein Richard Walz lief, ein Hans Borne‘, ein Suhr,
die pfälzische Elite startete, wobei die Einhundert-Meter-Bahn quer
über die Fußballwiese verlief, geben Zeugnis wertvoller
Sportarbeit. Aus dieser lobenswerten Ehe zwischen Fußball und
Leichtathletik entstand eine breite sportliche Basis, in der der
rasche Aufstieg des damaligen VfR begründet lag.
Wie es zur Vereinsgründung kam
Kurz nach dem
ersten Weltkrieg bestaunten Kandeler Jungens Spiele um den runden
Lederball von französischen und italienischen Soldaten. Draußen am
„Kugelfang“, vor dem Schlittschuhweier, aus dem später die
schmucke Schwanenweiher – Anlage wurde, fingen sie selber an. Von
englischer Gefangenschaft heimkehrende Soldaten, wie Karl Jung, oder
Michael Barbey, der in Stuttgart das Friseurhandwerk erlernte und
von den Kickers die Spielregeln mitbrachte, waren unter den ersten
„22“, die die ersten Tore bauten. Anfänglich waren diese noch
durch Steine markiert, ehe aus Bäumen aus dem nahen Wald das erste
Fußballtor in Kandel gezimmert werden konnte. Sogar die ersten
Zuschauer fanden sich ein, die mit gemischten Gefühlen dem Treiben
der ersten Fußballbegeisterten, ob ihrer leuchtenden Trikots als
unbelehrbare Fasenachter verschrien, zusahen. Viele der Spieler
waren noch im letzten Schuljahr oder in den ersten Lehrjahre. Aus
Sparpfennigen wurden Bälle und Kleidung erstanden.
Angeeifert von
bereits bestehenden Gemeinschaften in der Südpfalz, hob man endlich
am 24. Juli 1920 im damaligen Cafe‘ Rothhaas ( Gasthaus „ Zur
alten Post „ ) den „Verein für Rasenspiele“ aus der Taufe.
Als Zweck des Vereins wurde Pflege der Rasenspiele ( Fußball) in
das Vereinsregister eingetragen. Der später in den USA lebende
Ernst Leies wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Lehrer Eugen
Schlemmer, der später auch der Südpfalz- Gaubehörde angehörte,
wurde 2. Vorsitzender. Das Amt des Schriftführers übernahm Karl
Zimmer, später in Ludwigshafen wohnhaft, während Jakob Hemmer ( Förster
beim Forstamt Kandel-Nord) die Kassengeschäfte übernahm.
Bei der Gründungsversammlung
waren ferner anwesend:
Barbey Michael, Günther
Gottlob, Kempf Otto, Meimar Otto, Baron Otto, Huber Jakob, Koch
Hugo, Feldner Anton, Jung Karl, Liebel Michael, Gemar Jakob, Jung
Karl – Heinz, Schwartz Wilhelm.
In gleichem
Atemzug müssen die leider allzu früh aus unserer Mitte gerissenen
Kameraden genannt werden.
Hummel Karl, Koch
Heinrich, Roth Heinrich, Zimmer Otto, Illig Fritz, Noll Otto,
Schwartz August, Kempf Josef, Rapp Fritz, Wolff Fritz.
Die pfälzischen
Farben schwarz-gelb wurden zu den Vereinsfarben erkoren. Im
Spieljahr 1920/21 zählte der Verein 103 Mitglieder. Leider sind die
Vereinsakten von den Gründungstagen bis 1945 durch
Kriegseinwirkungen verloren gegangen. Was hier aufgezeichnet werden
konnte, wurde aus dem Gedächtnis von Gründungsmitgliedern
rekonstruiert. Es wird um Nachsicht gebeten, wenn das eine oder
andere Ereignis oder gar ein Name in Vergessenheit geraten sein
sollte.
Das 25jährige
Jubiläum fiel in das Jahr des Zusammenbruchs nach dem unheilvollen
zweiten Weltkrieg. Es konnten nicht daran gedacht werden, es zu
feiern, und es ist verständlich, daß der Wunsch laut wurde, das
40jährige zu begehen, um Erinnerungen aufzufrischen, Unterlagen für
die Vereinsgeschichte zu sammeln, was zum 50jährigen sichtlich noch
größere Schwierigkeiten bereiten würde.
Das
erste Spiel
Noch besaß der
neugegründete Verein keinen richtigen Sportplatz und so vergingen
einige Wochen, ehe das erste Spiel ausgetragen werden konnte. Schließlich
war es soweit. Am 2. Septembersonntag 1920 stieg beim FC Germania
Winden das erste offizielle Spiel einer Kandeler Mannschaft. Es gab
damals Fußballbegeisterte , die zu Fuß zu dieser ersten Begegnung
nach Winden gepilgert waren. Der hohe 7 : 1 Sieg der jungen VfR-
Mannschaft stärkte die unbeirrbare Sportlerschar. Wer wollte es
ihnen auch verübeln, daß dieses Ereignis auf dem Heimweg bei der
Minfelder Kerwe gebührend gefeiert wurde.
Gründungsmitglied
Jakob Gemar konnte uns ein Bildchen zur Verfügung stellen,
das die Mannschaft zeigt, die das erste Spiel für die Farben des
VfR austrug, das sich leider nicht klischieren ließ, weshalb wir
die Namen der Spieler hier besonders festhalten wollen. Es waren
nicht 11, sondern 13 Spieler in gelb/schwarzem Dreß angetreten. Vor
einem Tor, aus besseren Hopfenstangen gezimmert, ließ man sich
konterfeien und wir erkennen in der hinteren Reihe:
Noll Otto, Kempf
Josef, Liebel Michael, Schwartz Wilhelm, Reichert, Wolff Fritz, Kempf Otto
in
Zivil, Breuning, Zimmer Karl in
Zivil.
In der Mittelreihe,
offensichtlich die Läuferreihe Huber
Jakob, Jung Karl, Rapp Fritz.
Sitzend das Schlußtrio Weimar Otto, Hemmer Jakob, Leies Ernst.
Bald konnte auch eine
zweite Mannschaft aufgestellt werden. Ein weiteres Bildchen überliefert
uns die Namen:
Jung
K.H., Kranz
Eugen, Feldner Anton, Kempf Josef, Roth Heinrich, Günther Gottlob, Zimmer Otto, Schwartz
August, Hummel Karl, Gemar Jakob.
In dem
Zeitraum von vier Jahrzehnten wurden Höhen und Tiefen durchwandert.
Mit der Begeisterung, dem Idealismus, aber auch mit der ganzen Zähigkeit
ihrer Jugend schufen die Begründer des VfR die Keimzelle einer
sportlichen Gemeinschaft, die sich über den TSV Kandel, den SV
Kandel zum heutigen TSV 1886 führte.
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| Vom
Fohlenhof zum Bienwaldstadion |
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Lange Zeit mußte
mit dem Schlittschuhweiher als Übungsplatz vorlieb genommen werden,
ehe die Gemeinde den damals noch eingezäunten Fohlenhof zur Verfügung
stellte. Inzwischen hatten auch der Freie Sportverein und später
auch die DJK Anspruch auf Sportgelände erhoben. Der Turnverein (
Handball) hatte den 1. Platz an der Jahnstraße bereits zu eigen.
Und so waren
schließlich an der heutigen Jahnstraße von Lauterburger Straße
bis zum heutigen Bienwaldstadion vier Sportplätze nebeneinander
entstanden, nebeneinander liefen damals aber auch die verschiedenden
sportlichen Ziele. Das sei vorausgeschickt, ehe der weite Weg vom
damaligen Fohlenhof zum heutigen Bienwaldstadion näher beleuchtet
werden soll.
Am 6.Dezember
1921 hatte der Gemeinderat den damaligen ersten Bürgermeister Otto
Just ermächtigt mit dem Verein für Rasenspiele e.V., vertreten
durch dessen Vorstand, Hauptlehrer Eugen Schlemmer, einen Vertrag
abzuschließen. Damit wurde die 51ar große Wiese in der alten
Fohlenweide als Spiel- und Sportplatz in jeder Zeit widerruflicher
Weise überlassen. Für die Benützung war eine jährliche
Anerkennungsgebühr von 50 Mark nebst Steuern und Umlagen zu
entrichten. Die feldpolizeilichen Verrichtungen auf dem Grundstück
waren unentgeltlich vorzunehmen und das Gelände auch anderen
Vereinen zu Festlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Erst ab dem
Jahre 1925 wurde Pacht erlassen. Eine Eingabe des VfR im Jahre 1926,
oberhalb der jetzigen Badallee durch Abholzung einen neuen Platz zu
schaffen, wurde abgelehnt. 1928 wurde auf Initiative des VfR ein „
Ortsausschuß für Leibesübungen „ gebildet, der in der Folgezeit
alle sportlichen Belange in Kandel günstig beeinflußte.
Anläßlich der
Grenzlandtage 1938 konnte das Bienwaldstadion seiner Bestimmung übergeben
werden. Es wurde als eine Großtat gewürdigt. Die jahrelange
Pionierarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen körperlichen Ertüchtigung
und des Leistungssportes wurde belohnt. Seitdem ist Kandel auch zum
sportlichen Mittelpunkt des Grenzgebietes geworden. Große
Veranstaltungen der verschiedensten Sportarten hat das
Bienwaldstadion seither erlebt.
Aber erst in den
letzten Jahren stehen die Tore dieser herrlichen Sportstätte, die
unter großen Opfern nach dem Kriege wieder instandgesetzt und ständig
modernisiert wurde, weit für jedermann
offen. Verschwunden sind die Sorgen um Wettkampf- und Übungsstätten.
In Erkenntnis der Bedeutung des Sportes für Gesundheit und
Lebensfreude in unserem atomangsterfüllten technischen Zeitalter
bringt die heutige Stadtverwaltung große finanzielle
Opfer. Erstmals wurden die Voraussetzungen für eine
sportliche Betätigung für alle erfüllt. Und es bleibt nur zu
hoffen, daß die Jugend in stärkerem Maße von dieser einmaligen Möglichkeit
Gebrauch macht, mit Hand anlegt, die heutigen Sportstätten zu
pflegen und sie in ihrem
eigenen Interesse mit sportlichem Leben erfüllt.
Das
Bienwaldstadion wurde unter Bürgermeister Fritz Multer mit
vielfacher Unterstützung erbaut. Die damals schon im TSV Kandel
geeinten Turner und Sportler standen nicht müßig beiseite. Sie
legten selbst Hand an, das Gelände herzurichten, tausende
Kubikmeter Erde zu bewegen.
Das untenstehende Bild soll gleichermaßen
für alle Helfer sprechen. Es zeigt Willi Jag, Willi Acker und Otto
Kempf beim Loren schieben.
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| Die
fußballsportlichen Höhepunkte |
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| Das
Verbandsspieljahr 1921/22 brachte die ersten fußballsportlichen Höhepunkte.
Ein Spiel gegen Phönix Bellheim, das durch eine junge Mannschaft
8:2 gewonnen wurde, ist bei den Jubilaren noch nicht vergessen. |
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| Um diese Zeit
spielten: |
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| Rung
Ludwig, Wolff Fritz, Huber Jakob, Noll Otto, Rapp Fritz, Hemmer
Jakob, Koch Hugo, Leies Ernst, Liebel Michael, Kempf Otto, Schwartz
Wilhelm.
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| Im Spieljahr
1923/24 wurde die Meisterschaft der C- Klasse errungen. Dieser sportliche Erfolg förderte
die weitere Entwicklung. Das letzte Spiel der Runde, bei dem
Barbelroth mit 8:0 besiegt wurde, stieg in Hagenbach. Heute noch
spricht man von dem großen Lorbeerkranz, den Cafe´besitzer Leo
Nies, in einem großen Karton versteckt, mitgebracht hatte. |
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Der Meisterelf gehörten
an:
Liebel
Michael, Rapp Fritz, Wolff Fritz, Pärsch Walter, Heringer Jakob,
Noll Otto, Bentz Eugen, Kempf Otto Schwartz Wilhelm, Picot Emil,
Kranz Eugen.
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| Eine Mannschaft, die in
den folgenden Jahren die Achtung vieler Gegner erwarb, und die
Rudolf Dietrich lange Zeit verstärkte, ist in nachstehendem Bild
festgehalten, das vor dem „Schlittschuhweiher“ aufgenommen
wurde. Im Hintergrund reihte sich an der heutigen Jahnstraße
Sportplatz an Sportplatz. |
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| Fucker
Hans, Eck Emil, Neder Toni, Kempf Otto, Stepp Fritz, Rapp Gustav,
Schwartz Wilhelm, Roth Heinrich, Rapp Fritz, Kranz Heinrich, Meyer
Franz.
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1928 Fußballer und Leichtathleten Hand in Hand
Das Spieljahr
1934/35 endete mit der Erinnerung
der Meisterschaft der
Kreisklasse II.
Mannschaftskapitän
Karl Schall, der 1932 von Bellheim gekommen war, hatte im letzten
Rundenspiel gegen Hördt das 101. Tor geschossen. Klöffer Gust war
damals der ruhende Pol in der Abwehr und Rapp Gustav ein Tormann von
Format. Alle Abteilungen hatten die siegreiche Mannschaft vom
Bahnhof zum Vereinslokal, der Bahnhofswirtschaft, geleitet, wo
Vorsitzender Hermann Maupai der Elf einen Lorbeerkranz überreichte.
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Es lohnt sich,
etwas mehr zu diesem Mannschaftsbild zu sagen, das sie Elf vor dem
Spiel in Hayna zeigt. Leider fehlen hier der Strafstoßspezialist Werling
Gregor, Wesner Ludwig, Acker Willi, der würdige Nachfolger von Rapp Gustav, Werling Alfons und Werling Karl.
Von links nach rechts: Roth Heinrich, der unvergessliche Mittelläufer und
Abteilungsleiter, Schall
Karl, Hoffmann Emil, Seiler Wilhelm, Bohlender Ernst, Mattern Georg,
Klöffer Gust, Rapp Gustav, Mattern Willi, Roth Fritz, Bohlender
Fritz II, Runck Paul.
Nicht weniger als
300 Schlachtenbummler, angeführt von Albert
Bretschi, hatten die Mannschaft zum vorentscheidenden Spiel nach
Bergzabern ( 3:2 für Kandel) begleitet.
Zwei Jahre später
gelang ein neuer großer Erfolg:
Die Meisterschaft der
Kreisklasse I, Gruppe Rhein.
Eine große Anhängerschar
dankte der Mannschaft. Wir erinnern uns an das letzte Punktspiel
dieser Saison, als die Partie wenige Minuten vor dem Schluß gegen
die Wörther Bavaren mit 2:3 verloren zu gehen schien. Da war es
Runck Paul, der wieselflinke Linksaußen, dem der Ausgleichstreffer
gelang und sogar wenige Sekunden vor dem Abpfiff den Siegtreffer
anbringen konnte. Dieser Sieg war gleichzeitig mit ein Erfolg des
neuen Abteilungsleiters Eberle Heinrich, dem Ehrenmitglied und
vielseitigen Förderer der sportlichen Ziele, der später in oft trüben
Stunden unseres Vereins mit ganzer Kraft immer wieder in die
Speichen griff.
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Die Meisterelf von
1937/38: Zoller Herbert, Runck Paul, Mattern Georg, Bibus, Schall
Karl, Acker Willi, Klöffer August, Hoffmann Emil, Mattern Willi,
Wesner Ludwig, Jag Willi.
Dankbar sei auch
die Tätigkeit der Karlsruher Trainer Schöllhammer, Deutsch und
Gallazini erwähnt. In den ersten Kriegswochen wurde die Mannschaft
von Leupold, Fürth und dem baldigen Trainer des FK 03 Pirmasens,
Schneider, betreut.
Noch war der
zweite Weltkrieg nicht voll entbrannt, der sportliche Wettkampf
nicht unterbunden, als 1939/40 einer weiteren Mannschaft die
Meisterschaft der Kreisklasse I gelang.
Diese Kreismeisterschaft
wurde von unterstehender Mannschaft errungen.
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Bald erlahmte infolge der
zahlreichen Einberufungen das sportliche Leben auch in Kandel fast
vollständig. Deutschland bitterste Zeit hatte begonnen.
Stilles
Vorbild......
Schon vor dem
Krieg wurde die Fußballfreundschaft auch zu großen Vereinen
gesucht. Da waren bekannte Mannschaften des Karlsruher Fußballvereins
zu Gast. Das Bild soll an eine solche Begegnung erinnern. Bei den Gästen
wirkte der türkische Internationale Bekir mit. Die Mannschaft
wurden damals von den Gründungsmitglied Jakob Gemar begrüßt (
ganz rechts auf dem Bild).
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Ihm sei diese
Aufnahme gewidmet, zeigt sie ihn doch bei seiner geliebten
Sportlerschar. Jakob Gemar ist einer jener Getreuen, die in der Gründungszeit
aktiv waren, seit 1923 den Posten eines Vereinsschriftführers mit
wenig Unterbrechung bis zum letzten Tag gewissenhaft ausfüllt. Mit
der goldenen Nadel des VfR, der Verbandsnadel des Süddeutschen Fußball
– und Leichtathletikverbandes schon 1932 ausgezeichnet, ist er ein
Vorbild stiller und vorbildlicher Arbeit zum Wohle unserer gesamten
sportlichen Gemeinschaft. Nach dem Kriege hat ihn der LVP mit dem
Ehrenbrief und der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet.
....... und von großen Spielen
Hat das
Bienwaldstadion bei seiner Übergabe die Begegnung Ostmark gegen
Westmark erlebt, so stand es an den alljährlich stattfindenden
Grenzlandtagen immer wieder im Zeichen großer Fußballgegegnungen,
die werbend für den Volkssport Fußball im weiten Grenzland waren.
1952 standen sich der FK 03 Pirmasens und Bayern München (4:1)
gegenüber. Von dem Spiel stammt nachfolgende Aufnahme. In der
Bildmitte der Münchener Internationale Jackl Streitle.
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1953 siegte der
VfR Mannheim über den ASV Landau 2:1. Zum Saisonauftakt trennten
sich 1954 im Bienwaldstadion der FK Pirmasens und der KSC 2:2. 1955
kreuzten Racing Sraßburg mit dem Wiener Internationalen Stojaspal
und Tura Ludwigshafen (2:1) die Klingen. Ein Jahr später standen
sich der VfR Frankenthal und eine Südpfalz-Auswahl gegenüber.
Dankbar erinnern
wir uns auch des Länderpokalspiels
des Deutschen Fußballbundes Südwest gegen Südbaden mit dem
Freudschaftsspiel der A-Jugend der beiden Länder am 12.Oktober
1952.
Fußball nach dem Krieg
Als dieser
furchtbare Krieg verstummte, ging eine kleine Schar begeisterter Anhänger
an die Arbeit, nun unser geliebtes Fußballspiel auch in der kleinen
Bienwaldstadt aufs Neue erstrahlen zu lassen.
Einige Kameraden,
frühzeitig aus der Gefangenschaft zurückgekehrt, machten sich
daran, eine neue Mannschaft heranzubilden. Keine leichte Aufgabe!
Viele der Besten waren auf den Schlachtfeldern geblieben oder kamen
für den Rest des Lebens gezeichnet zurück. Es folgten die ersten
Spiele ohne irgend eine Verbindung zu einem Verein. Die
sporttreibenden Vereine waren noch verboten.
1946 wurde dann
im Gasthaus „ Engel“ der Sportverein Kandel gegründet. Der Name
TSV wurde nicht genehmigt. Erster Vorstand wurde damals Ludwig
Heilmann und zweiter Karl Dinies, als Schriftführer wurde Karl
Sauer bestätigt, der aber sein Amt frühzeitig an Ludwig Kerppel übergab.
Von nun an begann auch wieder der normale Spielverkehr. Die Fahrten
waren bei den damaligen Verkehrsverhältnissen wahre Abenteuer, denn
was mußte eine Mannschaft im Jahre 1946 alles auf sich nehmen, um
zu seinem Gegner zu gelangen. Es waren weder Bälle noch
Sportkleidung vorhanden. Aber man überstand auch diese Zeit mit
Hilfe einiger treuer Mitglieder, die immer von dem wenigen, das sie
hatten, für ihren Fußball gaben.
Hier noch einige
geschichtliche Daten der Abteilung Fußball: Bei den Rundenspielen
1946 wurden wir in der A- Klasse eingeteilt, aber schon in der
Verbandsrunde 1946-47 mußten wir in die Kreisklasse absteigen, denn
unsere zum Teil noch unerfahrenen Spieler waren dem Tempo der A-
Klasse nicht gewachsen.
In der Saison
1948-49 war es endlich wieder so weit. Ungeschlagen wurden wir
Meister der Kreisklasse. Auch bei den Aufstiegsspielen zur A- Klasse
blieben wir unbesiegt und somit war der Weg zur A- Klasse frei. Die
Freude war nicht von langer Dauer. Nach einjähriger Zugehörigkeit
zur A- Klasse mußten wir wieder in den sauren Apfel des Abstiegs
beißen. Das Spieljahr 1950-51 sah uns wieder in der Kreisklasse,
aber unbeirrt zogen unsere Fußballer ihre Kreise und wurden im
selben Spieljahr erneut Kreismeister. Auch bei den Aufstiegsspielen
wurden wir Gruppensieger und kehrten somit wieder recht schnell in
die A- Klasse zurück.
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Meister der Kreisklasse 1948/49
Stehend: Bruder Adolf,
(Abt.-Leiter), Schweitzer Erwin, Rührer Heinrich, Rossell Willi,
Montillon Herbert, Eberle Theo, Krumm Fritz, Heinrich Robert,
Montillon Walter, Eberle Heinrich ( Vorsitzender), knieend: Poß
Ludwig, Zimmer Richard, Klein Rudi.
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Der Meister von 1950/51
Obere Reihe: Rossell
Willi, Werling Toni, Heinrich Robert, Eberle Theo, Rapp Werner,
Ewinger Werner, untere Reihe: Dinies Walter, Staruß Rudi, Klöffer
August, Klein Rudi, Rührer Heinrich.
Durch Fleiß und
Kameradschaft hatten wir eine 1. und 2. Mannschaft auf die Beine
gebracht, die allen Stürmern der A- Klasse standhielt. 1954-55
wurde unsere Arbeit belohnt. Sowohl die 1. Als auch die 2.
Mannschaft wurden Meister der A- Klasse, Gruppe Vorderpfalz.
Bei den
Aufstiegsspielen zur 2. Amateurliga konnten wir nicht überzeugen
und nur durch freiwilligen Verzicht von Jockgrim konnten wir in die
höhere Klasse aufsteigen. Fünf Jahre gehörten wir der 2.
Amateurliga an und müssen nun im Jubeljahre zur A- Klasse zurück.
Wir werden aber auch diesen Rückschlag überwinden, denn zu neuen
Ufern lockt ein neuer Tag.
Adolf Bruder
(Abteilungsleiter)
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| Im Jahre 1951 wurde
auf dem Sportplatz des FV 1912 Maximiliansau der vom SV
Olympia Rheinzabern gestiftete Wanderpokal errungen.
Mannschaftskapitän Heini Rührer, der Herberger-Schüler von 1938,
durfte ihn entgegennehmen. Hinter ihm Robert Heinrich, der sich wie
so viele andere beim Wiederaufbau des Fußballsportes nach dem
Kriege verdient gemacht hat. |
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| Die Doppelte –
Meisterschaft 1954/55 |
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Das Spieljahr
1954/55 kann als das erfolgreichste der Kandeler Fußballgeschichte
angesehen werden. Die erste und zweite Mannschaft wurde Meister. In
der B- Klasse spielte eine Ib. Mit der Jugend standen noch weitere
vier Mannschaften auf dem Plan. Aus diesem großen Spielerreservoir
wurde die Kraft für die Aufgabe in der 2. Amateurliga geschöpft.
Oberes Bild:-
1.Mannschaft- Bürgermeister Böhm, Dinies Friedhelm, Ewinger
Werner, Liedtke Lothar, Klein Rudi, Rapp Werner, Meier Ferdinand,
Eberle Theo, Schönlaub Walter, Bummer Walter, Strauß Rudi, Rossell
Willi, Bruder Adolf, Helmig Gerd.
Unteres Bild:- 2.
Mannschaft- Bürgermeister Böhm, Trainer Helmig, Eck Karl, Dieter
Heinz, Keppel Norbert, Kern Emil, Wüst Adolf, Dinies Eugen,
Leonhart Werner, Seringer Hans, Jetter Rudi, Steiner Rudi, Nauerth
Walter, Abteilungsleiter Bruder, Fokken Henry, Kistner Otto, Zellmer
Stefan.
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| Rückblick
auf 10 Jahre Trainertätigkeit |
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An Ostern 1951
wagte man ein Freundschaftsspiel gegen den ASV Landau. Gegen den höher
klassierten Gast hielt sich unsere Mannschaft außerordentlich gut,
obgleich das Spiel 2:5 verloren ging. "„Lehrer und Schüler"
begegneten sich. Was mag Heini Rührer wohl zu Gerd Hellmig
gesprochen haben? |
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Als ich vor über
10 Jahren nach Kandel kam, ist die damalige Vereinsführung mit der
Bitte an mich herangetreten, das Fußballtraining zu übernehmen.
Gerne habe ich mich der Aufgabe unterzogen und fand in der
Mannschaft viel brauchbaren Material, das zu schönen Hoffnungen
berechtigte.
Die Aktiven waren
mit großem Eifer bei der Sache und begierig, viel zu lernen. Die
Kameradschaft der Mannschaft war groß. Die Erfolge blieben nicht
aus. Auf Anhieb wurde der Aufstieg in die A- Klasse geschafft. Immer
mehr junge Männer fanden den Weg zum Fußball und das Training
wurde von allen fleißig besucht. Nun mußten aus Alters- und
Berufsgründen einige Spieler aufhören und so kam ein Rückschlag.
Aber bereits in
der nächsten Saison war der Nachwuchs soweit und der Aufstieg
klappte wieder. Die Spieler waren zu einem festen Kreis
zusammengeschlossen. Auch privat bestand eine schöne Harmonie. Dann
kam die Einteilung zur 2. Amateurliga. Viel Arbeit und ein noch härteres
Training mußten von da an geleistet werden, um dieser Klasse, die
aus erfahrenen Mannschaften besteht, keine schlechte Rolle zu
spielen. Wechselhaft war das Ergebnis und dementsprechend der
Tabellenplatz.
Kandel muß nun
wieder eine Klasse tiefer. Ich wünsche der Elf, daß sie das
Zutrauen zu sich selbst nicht verliert und zu ihrem tatsächlichen Können
zurückfindet.
Gerd
Hellmig
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Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
„Die
Erinnerung ist das einzige Paradies aus dem man sich nicht
vertrieben werden kann“ sagt der Dichter. Wer sich so frisch an
seine Fußballjugendzeit erinnern kann wie unser Kamerad Hermann
Maupai in den nachfolgenden Zeilen, beweist, wie sehr das Herz für
den „ König Fußball“ schlägt. Ihm , dem Mitbegründer der
Jugendabteilung des VfR der Leichtathletikabteilung, dem langjährigen
Vorsitzenden, Ausschußmitglied und heutigen Geschäftsführer gebührt
für seine aufopferungsvolle Verbundenheit am Jubiläum besonderen
Dank.
Wie
die Fußballjugend des VfR begann.
Anno
1919 hörten einige Kandeler Buben, die damals in Landau die
„Höhere Schule“
besuchten,
erstmals etwas vom Fußball und vom Fußballspielen. Sie sahen das
runde Leder rollen auf dem „ Zwölferplatz“ am Fort, auf dem
VfR- Platz am Westbahnhof und auf dem Meßplatz bei den „
Neunzehnern“. Und König Fußball hatte sie erfaßt,
gefangengenommen, bezaubert und begeistert; er ließ sie nicht mehr
los.
Welche Freude war
es daher für diese Jungens, als im Juli 1920 auch in ihrem
Heimatort Kandel ein Fußballverein, der VfR, ins Leben gerufen
wurde. Wie beneideten wir unsere älteren Semester, den Schluhme (
Wilhelm Schwartz) und das Bärle
( Fritz Wolff), die bei der Gründung Pate standen und die
mit ihren ganzen 16 Lenzen bereits in der 1. Mannschaft spielen
durften!- Und wir, wir Buben im Alter von 12 – 14 Jahren, weiß
niemand von unserer Fußballbegeisterung, kümmert sich um uns
niemand? Vorerst, leider nein! –Doch wenn Buben von einer Sache
begeistert sind, so war es doch schon zu allen Zeiten, finden sie
bestimmt einen Weg zum Ziel. Wir halfen uns selbst. Eines
Sonntagvormittags im Oktober 1920 „besuchten“ wir unseren
Mitverschworenen Alois im Nebenzimmer der elterlichen Wirtschaft „
Zum Sternen“. Es waren, so weit ich mich noch erinnern kann,
Herbert Haas, Richard Bossert, Fritz Roth, Fritz Bohlender, und der
Schreiber dieser Zeilen, alles Landauer Schüler, Heirich Eberle und
Walter Rapp.
Wir hatten
bereits beim Spiel der 1. Mannschaft im September in Winden mit den
Windener Buben ein Spiel ausgemacht, das auszutragen wir geradezu
brannten. Aber wir hatten noch keine elf Spieler beisammen. Zuerst
„wählten“ wir einen Spielführer. Dann „beschlossen“ wir,
noch Gleichaltrige zu suchen, die wir zum Fußballspielen brauchen
konnten. Als Sportkleidung wurde „bestimmt“ : schwarze Hosen und
weißes Turnerhemd. Für das Vereinsabzeichen, wie es die aktiven
Mannschaften des VfR gestickt auf dem Trikot trugen hatten wir bald
eine Lösung. Der Spielführer mußte ein naturgetreues Abzeichen für
alle auf etwas steifem Papier zeichnen, das dann mit einer
Stecknadel am Turnerhemd anzuheften war. Das war „unsere“ Gründungsversammlung.
Bald hatten wir
die Mannschaft für Winden zusammen. Das Spiel fand im November in
Winden statt und ging 2:1 verloren. Die beiden Windener Tore schoß
der Sippels Anton, auch ein Landauer Schüler. Eberle Heiner war bei
uns im Tor. Die anderen Spieler unserer Mannschaft bringe ich, weil
ich keinen vergessen möchte, nicht mehr zusammen.
Der Grundstein für
unsere Jugendabteilung des VfR war gelegt. Mit von den Ersten, die
zu uns gestoßen sind waren meines Wissens Dinies August, Jung
Adolf, Picot Hermann, Wesner August, Rinck Fritz, Kranz Heinrich,
Stepp Fritz. Mit der Zeit fanden sich soviel Buben ein, daß eine
zweite Jugendmannschaft gestellt werden konnte, für die Fritz
Bohlender verantwortlich zeichnete. Nun konnten wir dem VfR nicht
mehr Verborgen bleiben. Die Vorstandschaft wurde auf uns aufmerksam.
Lehrer E. Schlemmer der damalige Vorstand, nahm sich unser an. Als
Jugendleiter hatten wir Karl Hummel, der jedoch 1922 nach auswärts
verzog. Ihm folgte Jakob Heringer und 1924 Fritz Herrmann.
Die
Wettspielgegner waren 1920-1924 Winden, Wörth, Pfortz –
Maximiliansau, Jockgrim, Herxheim, Oberlustadt, Bergzabern,
Rohrbach, Hauenstein u.a.m. Im Jahre 1922/23 bestritten wir zum
ersten Male Verbandsspiele. Noch heute sprechen die Alten des VfR
von der damaligen „ Standardjugendmannschaft“
der Jahre 1922/24, die nebenstehend im Bild festgehalten ist.
Die Sportkleidung
der 1. Jugend war schwarz mit weißem Kragen und weißen Ärmelaufschlägen;
die 2. Jugend trug schwarze Hosen und blaues Trikot mit rotem Kragen
und roten Ärmelaufschlägen. Von nun an herrschte Leben und Treiben
in der Jugendabteilung, deren 1. Mannschaft es im Jahre 1927/28
erstmals gelang, die Kreismeisterschaft zu erringen.
Soweit in dieser
Sache! Laßt mich, meine lieben Kameraden, nun nochmals zurückblenden
in die Anfangszeiten 1920 bis 1924! Wie war es doch damals? Unsere
Eltern wußten nicht, daß wir Fußball spielten; sie haben es uns,
mit wenigen Ausnahmen verboten. Wehe dem Schüler in Landau, von dem
bekanntgeworden wäre, daß er einem Fußballverein angehörte und
Fußball spielte! Er hätte Dimissionsandrohung zumindest erhalten.
Weißt Du noch,
Alois als Du vom Fenster aus am Saumarkt den von Dir
versteckt gehaltenen Sport für uns alle beide in der großen
Reisetasche mit dem Seil zu mir heruntergelassen hast, damit es
unsere Eltern nicht merkten?
Erinnerst Du
Dich, Kranz- Bibber, daß wir „Landauer“ mit unseren Schülerkarten
bis Winden fuhren, von hier aus nach Bergzabern zum Jugendspiel
getrippelt sind, gespielt haben und dann wieder nach Winden
zurückmaschierten?
Mein lieber
Bussel, wenn Deine Mutter erfahren hätte, daß Du am Palmsonntag-
Nachmittag 1921 mit Deinen neuen Konfirmandenschuhen das
entscheidene Tor geschossen hast!
Denkst Du noch
daran, Steppe- Schossel, als uns die Zeiskamer Kameraden von
Bellheim mit der Kutsche und mit Fahrrädern abgeholt, uns in
Zeiskam mit Kaffee und Kuchen überfütterten, so sehr, daß uns
beim Spiel auf dem Oberlustadter Platz im Wald, das 1:1 ausging, der
Magen drückte und wir uns spielerisch überhaupt nicht richtig
entfalten konnten? Der Picots Hermann sagt mir heute noch und immer
wieder: Wir hatten den Stubenbords Ottel bereits überspielt, der
Battel- Ludd war aus dem Tor, das Tor war leer, der Paß kam- da reißt
mir der Schuhbändel- und der Ball ging neben das Tor. Ich hätte
mir die Haare rausreißen können. Und das kurz vor dem Schlußpfiff!
Das wurmt mich, solange ich lebe!“
Nicht alle hatten
zu jener Zeit ein Fahrrad. Oft mußten ein Kamerad auf dem Rahmenbau
eines anderen mitfahren. ( Damals war die Verkehrspolizei nicht so
scharf wie heute.) Wenn wir wegen zu großer Entfernung einmal mit
dem Zug fahren mußten, wurde zusammengelegt, damit wir die
Fahrtkosten für jene zahlen konnten, die kein Geld hatten oder
keines bekamen.
Wie freuten wir
uns alle nach dem Spiel schon wieder auf das kommende! Es war
unfaßbar,
wenn man einen Sonntag einmal aussetzen mußte. Einmal nicht
aufgestellt zu werden, war Schmerz und Schande. Wir waren Kameraden
in Freud und Leid, begeistert für das Spiel und durch das Spiel. Im
Fußballspiel fanden wir Freude, Freundschaft und frisch-frohe
Jugenderfüllung. So war unsere Auffassung des Fußballspielens in
der Gemeinschaft und so haben wir es erlebt.
Wenn ich nach
vier Jahrzehnten an diese Zeit zurückdenke, die wohl zu den schönsten
Erinnerungen meiner Jugend zählt, dann glaube ich den Schlüssel
dazu und die Erklärung gefunden zu haben:
Wir haben der Idee des Fußballs wegen gestritten,
entbehrt und gelitten. Es ist uns nichts geschenkt worden. Wir haben
auf Stoppeläckern und auf nassen Wiesen gespielt, wir wuschen uns
am Bach und wärmten uns am Ofen.
Es war die eigene Initiative, die Freude am Spiel,
die Freundschaft und die Treue. Wir lebten im Fußballspiel, dem wir
uns verschrieben hatten und das uns selbst geformt hat zu Freunden
werden ließ und uns gesunden half an Leib und Seele.
Was man schwer mit Opfer und Entbehrung erringen
muß,
ist köstlichster Besitz.
Heute würde man sagen,
wir seien Idealisten
Euer
Hermann Maupai
Spielführer der 1. Jugend von 1920
bis 1924
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Oberes Bild: Heringer
Jakob, der verdienstvolle Fußballpionier mit der 1. Fußballjugend
des VfR, Wesner August, Bossert Richard, Maupai Hermann, Kranz
Heinrich, Roth Fritz, Mitte: Stepp Fritz, Picot Hermann, Rödel
Ernst, (Ersatz für Jung Adolf), liegend: Müller Otto, Bohlender
Fritz ( Schnürle), Rapp Walter.
Unteres Bild: Aus der
Mannschaft mit Weber Eugen, Haas Richard, Stoll Emil, Rapp Richard,
Seither Alfons, Schneider Theo, Stoll Willi, Rapp Willi, Stoll
Jakob, Koch Karl, Feldner Josef, ( die Zivilisten, links Maupai
Hermann, Mitte: Jugendleiter Klippel Joh., rechts Roth Heinrich),
entwickelte sich die Jugendmeisterelf von 1927/28, bei der später
dann Jakob Zöller als Verteidiger, Stepp Otto als Rechtsaußen,
Spieß Siegfried aus Minfeld als Läufer und Hopfner Helmut als
fachkundiger Torwart mitwirkten.
Dort wo die
Jugend betreut und ihre Gemeinschaft gestärkt wurde, erwuchsen auch
sportliche Erfolge. Nach Eugen Weber übernahm Josef Stucky die
nachstehende Jugendmannschaft . die viele Hoffnungen in sich trug.
Der unselige Krieg hat wenige Jahre später schmerzliche Lücken
gerissen.
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| Nach dem Kriege
machten sich Bierbauer Kurt, Schweitzer Erwin, Jäger Willi, und
Hartmeyer Peter um die Jugendarbeit besonders verdient. Die
wertvolle Jugendzeitschrift des DFB „ Fußball – Jugend “
wurde nach Wiedererscheinen im Jahre 1951 zu einem guten Begleiter.
Bei dem zukünftigen Wollen und Wünschen um Wiederaufstieg und
Fortschritt muß die Betreuung unserer Schüler an erster Stelle
stehen. |
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Im Spieljahr
1958/59 gelang es der Jugend erstmals eine Kreispokalmeisterschaft
zu erringen. Im Bild von rechts nach links: 1. Vorsitzender Bürgermeister
Böhm, Wüst Karl-Heinz, Metz Manfred, Knoblauch Erich, Schmidt
Roland, Greve Klaus, Ehmer Günther, Hoock Hans, Werle Hans,
Jugendleiter Peter Hartmeyer, Abteilungsleiter Willi Rossell,
knieend, Arnold Günther, Maupai Wolfgang, Kraus Hans.
25 Jahre VfR Kandel
Historie
Als die 1. Fußballmannschaft
des TSV Kandel in der Saison 54 / 55 als Meister der A – Klasse
des Kreises Germersheim feststand und nach schwierigen
Aufstiegsspielen glücklich in die 2. Amateurliga aufstieg, begann
in der Stadt Kandel das Fußballdasein. Während der 5 Jahre
Amateurliga und abschließendem Abstieg in die A – Klasse war das
Geld immer knapp.
Da
in dieser Zeit kaum jemand ein Auto hatte, mußten die Auswärtsfahrten
mit dem Bus zurückgelegt werden. Zu den Heimspielen kamen in Kandel
immer viele Zuschauer, so daß die Auslagen für die Busfahrten
abgedeckt waren und die Restbeträge in die Vereinskasse des TSV
flossen.
Zum
TSV Kandel zählten außer der Fußballabteilung noch einige
Abteilungen, die zwar Auslagen aber kaum Einnahmen hatten. Der Schlüssel
für die Aufteilung der Beträge an die einzelnen Abteilungen wurde
von der Vorstandschaft des TSV beschlossen. Für die Abteilung Fußball
war es schwer mit dem Erhalt des Schlüsselbetrages auszukommen.
So
war man in der Fußballabteilung immer etwas mißmutig über diese
Situation. Auch wurde immer der Wunsch nach einem eigenen Clubhaus für
die Spieler und die Jugend der Fußballabteilung geäußert, der
leider immer Abweisend vom TSV beschieden wurde. So summierten sich
immer mehr Differenzen mit dem Hauptverein.
Es
schloß sich 1976 eine kleine Gruppe von ehemaligen und noch
spielenden Fußballern zusammen und dachten über eine Trennung vom
TSV Kandel nach.
Walter
Bummer, Werner Ewinger, Ernst Poß, Ludwig Poß und Helmut Satter führten
dann die ersten Gespräche mit den Fußballern, den
Vorstandsmitgliedern des TSV und der Stadt Kandel über eine
Trennung vom Gesamtverein. Der Südwestdeutsche Fußballverband in
Ludwigshafen wurde ebenfalls unterrichtet.
Nach
einigen Vorgesprächen mit ehemaligen und aktiven Fußballern trafen
sich am 09.04.1976 im bisherigen Fußballtreff der Bienwaldgaststätte
von Karl Schöttinger viele Fußballfreunde, sowie die bereits
leider verstorbenen Walter Bummer, Ludwig Poß und Kurt Hanß, sowie
Werner Ewinger, Ernst Poß, Helmut Seither, Sigi Fulde, Karl
Bossert, Ferdinand Meier, Walter Nauerth, Walter Dinies, Klaus
Landmesser, Heinz Bohlender, Helmut Satter, Gerald Beck und Dieter
Hirsch als erste gewählte Vorstandschaft und gründeten den Fußballverein
VfR Kandel.
Außer
einem Satz Trikots und 2 Fußbällen die vom TSV großzügigerweise
überlassen wurden stand unser neu gegründeter Fußballverein VfR
Kandel mit leeren Händen da.
Zuerst
blieb man weiterhin in der Bienwaldgaststätte, später mußte man
in das DGB Heim
(das heutige Jugendzentrum ) wechseln, da der Verzehr der
Jugend nicht hoch genug war und man keine andere Bleibe fand. Da
wurde nun eißern für den großen Traum vom eigenen Clubhaus
gespart.
Nach
langen Verhandlungen mit der Stadt wurde man sich dann einig im Wege
des Erbbaurechts an der Südseite des Stadioneinganges eine
entsprechende Fläche zur Errichtung eines Clubhauses zu erwerben.
Helfer waren vorhanden, das Geld jedoch fehlte.
Da
nur sehr wenig Eigenkapital vorhanden war verlangten die Sparkassen
eine Bürgschaft von 100.000.-DM ohne deren Sicherheit man keine
Kredite erwerben konnte. Ludwig Poß und alle Vorstandsmitglieder führten
immer wieder mit Geschäftsleuten und privaten Bürgern Gespräche
über jede Art von Hilfe und Spenden. Alte Fußballer und Freunde
des Vereins übernahmen letztendlich private Bürgschaften über
jeweils mehrere Tausend Mark um diese Summe zusammen zu bekommen
|
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Namentlich
waren dies:
Bummer,
Walter
Nuber, Christof
Poss,
Ludwig
Poss,
Ernst
Satter,
Helmut
Ewinger,
Werner
Hartmann,
Lothar
Nauerth,
Walter
Bohlender,
Heinz
Landmesser,
Klaus
Winstel,
Josef
Hanß,
Kurt
Dietrich,
Arno
Jung,
Erich
Werle,
Hans
Am
Schluß hatte man auch diese Summe zusammengebracht um das gewagte
Vorhaben zu beginnen.
Unser
1. Vorsitzender Walter Bummer übernahm die Regie zusammen mit
Werner Ewinger, Emil Stoll, Fritz Hirsch, Ludwig Poß und vielen
freiwilligen Helfern das dringend benötigte Vereinsheim zu
errichten. Der Architekt Hans Kern erstellte kostenlos einen
Bauplan. Walter Bummer als Bauunternehmer stellte sein Fachwissen,
seine baulichen Beziehungen und seine Maschinen zur Verfügung. Karl
Bossert lieferte das Material zum Selbstkostenpreis. Günther
Haberer machte einen sehr günstigen Preis für das Bauholz. Auch
Franz Gölz führte Baggerarbeiten zu Minimalpreisen durch. Stadt,
Kreis und Fußballverband sagten ihre Unterstützung zu.
So
wurde am 19. Mai 1979 nach vielen freiwilligen Helferstunden das
Richtfest gefeiert.
Am
31. März 1980 kurz vor seiner Vollendung fiel das mühselige
errichtete Bauwerk einem Brandanschlag zum Opfer. Viele Helfer und
Freunde standen mit Tränen in den Augen vor den Trümmern.
Doch
nun zeigte sich der wahre Zusammenhalt und der Wille des jungen Fußballvereins
ein eigenes Clubhaus zu besitzen. Jetzt erst recht hieß die Parole
und wieder wurde das Vereinsheim in eigener Regie neu aufgebaut. Am
8. August 1981 war die lang ersehnte Einweihung.
Bei
Null angefangen und innerhalb von 5 Jahren in Besitz eines eigenen
Clubhauses. Eine unglaubliche Leistung der damaligen Vorstandschaft
und deren Helfern. Ich bin mir nicht sicher ob man heute in der Lage
wäre eine solche Leistung nachzuvollziehen.
Obwohl
das freiwillige Helfermaß bei weitem überschritten war stellten
sich anschließend einige treue Mitglieder mit ihren Frauen zur
Bewirtung
des Clubhauses zur Verfügung. Zunächst 4 Gruppen
verrichteten wöchentlich ihren Dienst. In festgelegten Abschnitten
übernahmen jeweils andere Familien und Helfer die Bewirtung. Als
nach 6 langen Jahren das Helferpotenzial erschöpft war, sowie die
privaten Bürgen weitgehend von ihren Schulden befreit waren
entschloß man sich das Clubhaus zu verpachten.
Zunächst
übernahm Fam. H. Röske für 2 Jahre das Vereinsheim. Danach übernahm
Anita und Walter Nungesser das Clubhaus und machten es für
Mitglieder und Gäste aus Nah und Fern zu einer gut bürgerlichen Gäststätte
für Festlichkeiten und Veranstaltungen jeder Art.
Der
Apell von unseren älteren Mitgliedern geht daher an unsere
Vorstandschaft, an die Spieler der aktiven Mannschaften und vor
allem an die jugendlichen Fußballspieler das mit viel Fleiß und
Idealismus erstellte Clubhaus des VfR Kandel und unser herrliches
Bienwaldstadion im Sinne der älteren Generation und zur Förderung
des Kandeler Fußballsports weiter zu führen und in Ehren zu
halten. Ich glaube das müßte unsere Pflicht und unser Bestreben für
die weitere Zukunft
des VfR Kandel sein.
Die
Ehrungen die nun erfolgen sind nach sorgfältigen Recherchen mit den
damaligen Haupthelfern erfolgt und nach schriftlichen Aufzeichnungen
die Ludwig Poss sehr genau gemacht hat. Neben den vielen Helfern möchte
ich nochmals die Leute nennen die ihre Freizeit überwiegend dem
Clubhausbau gewidmet haben und hunderte von Stunden geleistet haben.
Hierbei sind besonders zu
erwähnen:
Walter
Bummer
Werner
Ewinger
Ludwig Poss
Emil
Stoll
Fritz
Hirsch
Walter
Nauerth
Ferdinand
Meier
Josef
Winstel
Kurt
Hanß
Ernst
Poss
Dieter
Hirsch
Werner
Hoffmann
Hans
Werle
Horst
Gander
Erich
Jung
sowie
viele weitere Helfer und Freunde der Fußballer.
Bei
den Auszeichnungen werden vielleicht Personen vermißt die ebenfalls
viele Helferstunden verrichtet haben. Teilweise wurden sie bereits
mit der goldenen Ehrennadel des VfR als Gründungsmitglied
ausgezeichnet oder sie sind leider nicht mehr dem Verein zugehörig.
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Die
VfR - Gründungsmannschaft
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Stehend
v. links: Hartmann
Wolfgang, Lankow Gerhard,
Ewinger Günther, Wegbart
Peter, Werling Edgar,
Schoch Herbert, Emlich
Kurt, Nuber Dietmar,
Thomas Gerhard.
Unten
v. links: Schmid Hans,
Steiner Franz, Seither
Helmut, Batschard
Günther, Gander Jürgen,
Schepanski Dieter.
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Geschichtliches
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Als die 1. Fußballmannschaft
des TSV Kandel in der Saison 54 / 55 als Meister der A – Klasse
des Kreises Germersheim feststand und nach schwierigen
Aufstiegsspielen glücklich in die 2. Amateurliga aufstieg, begann
in der Stadt Kandel das Fußballdasein. Während der 5 Jahre
Amateurliga und abschließendem Abstieg in die A – Klasse war das
Geld immer knapp.
Da
in dieser Zeit kaum jemand ein Auto hatte, mußten die Auswärtsfahrten
mit dem Bus zurückgelegt werden. Zu den Heimspielen kamen in Kandel
immer viele Zuschauer, so daß die Auslagen für die Busfahrten
abgedeckt waren und die Restbeträge in die Vereinskasse des TSV
flossen.
Zum
TSV Kandel zählten außer der Fußballabteilung noch einige
Abteilungen, die zwar Auslagen aber kaum Einnahmen hatten. Der Schlüssel
für die Aufteilung der Beträge an die einzelnen Abteilungen wurde
von der Vorstandschaft des TSV beschlossen. Für die Abteilung Fußball
war es schwer mit dem Erhalt des Schlüsselbetrages auszukommen.
So
war man in der Fußballabteilung immer etwas mißmutig über diese
Situation. Auch wurde immer der Wunsch nach einem eigenen Clubhaus für
die Spieler und die Jugend der Fußballabteilung geäußert, der
leider immer Abweisend vom TSV beschieden wurde. So summierten sich
immer mehr Differenzen mit dem Hauptverein.
Es
schloß sich 1976 eine kleine Gruppe von ehemaligen und noch
spielenden Fußballern zusammen und dachten über eine Trennung vom
TSV Kandel nach.
Walter
Bummer, Werner Ewinger, Ernst
Poß, Ludwig Poß und Helmut Satter führten
dann die ersten Gespräche mit den Fußballern, den
Vorstandsmitgliedern des TSV und der Stadt Kandel über eine
Trennung vom Gesamtverein. Der Südwestdeutsche Fußballverband in
Ludwigshafen wurde ebenfalls unterrichtet.
Nach
einigen Vorgesprächen mit ehemaligen und aktiven Fußballern trafen
sich am 09.04.1976 im bisherigen Fußballtreff der Bienwaldgaststätte
von Karl Schöttinger viele Fußballfreunde, sowie die bereits
leider verstorbenen Walter Bummer, Ludwig Poß und Kurt Hanß, sowie
Werner Ewinger, Ernst Poß, Helmut Seither, Sigi Fulde, Karl
Bossert, Ferdinand Meier, Walter Nauerth, Walter Dinies, Klaus
Landmesser, Heinz Bohlender, Helmut Satter, Gerald Beck und Dieter
Hirsch als erste gewählte Vorstandschaft und gründeten den Fußballverein
VfR Kandel.
Außer
einem Satz Trikots und 2 Fußbällen die vom TSV großzügigerweise
überlassen wurden stand unser neu gegründeter Fußballverein VfR
Kandel mit leeren Händen da.
Zuerst
blieb man weiterhin in der Bienwaldgaststätte, später mußte man
in das DGB Heim
(das heutige Jugendzentrum ) wechseln, da der Verzehr der
Jugend nicht hoch genug war und man keine andere Bleibe fand. Da
wurde nun eißern für den großen Traum vom eigenen Clubhaus
gespart.
Nach
langen Verhandlungen mit der Stadt wurde man sich dann einig im Wege
des Erbbaurechts an der Südseite des Stadioneinganges eine
entsprechende Fläche zur Errichtung eines Clubhauses zu erwerben.
Helfer waren vorhanden, das Geld jedoch fehlte.
Da
nur sehr wenig Eigenkapital vorhanden war verlangten die Sparkassen
eine Bürgschaft von 100.000.-DM ohne deren Sicherheit man keine
Kredite erwerben konnte. Ludwig Poß und alle Vorstandsmitglieder führten
immer wieder mit Geschäftsleuten und privaten Bürgern Gespräche
über jede Art von Hilfe und Spenden. Alte Fußballer und Freunde
des Vereins übernahmen letztendlich private Bürgschaften über
jeweils mehrere Tausend Mark um diese Summe zusammen zu bekommen.
Namentlich
waren dies:
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Bummer,
Walter
Nuber, Christof
Poss,
Ludwig
Poss,
Ernst
Satter,
Helmut
Ewinger,
Werner
Hartmann,
Lothar
Nauerth,
Walter
Bohlender,
Heinz
Landmesser,
Klaus
Winstel,
Josef
Hanß,
Kurt
Dietrich,
Arno
Jung,
Erich
Werle,
Hans
Am
Schluß hatte man auch diese Summe zusammengebracht um das gewagte
Vorhaben zu beginnen.
Unser
1. Vorsitzender Walter Bummer übernahm die Regie zusammen mit
Werner Ewinger, Emil Stoll, Fritz Hirsch, Ludwig Poß und vielen
freiwilligen Helfern das dringend benötigte Vereinsheim zu
errichten. Der Architekt Hans Kern erstellte kostenlos einen
Bauplan. Walter Bummer als Bauunternehmer stellte sein Fachwissen,
seine baulichen Beziehungen und seine Maschinen zur Verfügung. Karl
Bossert lieferte das Material zum Selbstkostenpreis. Günther
Haberer machte einen sehr günstigen Preis für das Bauholz. Auch
Franz Gölz führte Baggerarbeiten zu Minimalpreisen durch. Stadt,
Kreis und Fußballverband sagten ihre Unterstützung zu.
So
wurde am 19. Mai 1979 nach vielen freiwilligen Helferstunden das
Richtfest gefeiert.
Am
31. März 1980 kurz vor seiner Vollendung fiel das mühselige
errichtete Bauwerk einem Brandanschlag zum Opfer. Viele Helfer und
Freunde standen mit Tränen in den Augen vor den Trümmern.
Doch
nun zeigte sich der wahre Zusammenhalt und der Wille des jungen Fußballvereins
ein eigenes Clubhaus zu besitzen. Jetzt erst recht hieß die Parole
und wieder wurde das Vereinsheim in eigener Regie neu aufgebaut. Am
8. August 1981 war die lang ersehnte Einweihung.
Bei
Null angefangen und innerhalb von 5 Jahren in Besitz eines eigenen
Clubhauses. Eine unglaubliche Leistung der damaligen Vorstandschaft
und deren Helfern. Ich bin mir nicht sicher ob man heute in der Lage
wäre eine solche Leistung nachzuvollziehen.
Obwohl
das freiwillige Helfermaß bei weitem überschritten war stellten
sich anschließend einige treue Mitglieder mit ihren Frauen zur
Bewirtung
des Clubhauses zur Verfügung. Zunächst 4 Gruppen
verrichteten wöchentlich ihren Dienst. In festgelegten Abschnitten
übernahmen jeweils andere Familien und Helfer die Bewirtung. Als
nach 6 langen Jahren das Helferpotenzial erschöpft war, sowie die
privaten Bürgen weitgehend von ihren Schulden befreit waren
entschloß man sich das Clubhaus zu verpachten.
Zunächst
übernahm Fam. H. Röske für 2 Jahre das Vereinsheim. Danach übernahm
Anita und Walter Nungesser das Clubhaus und machten es für
Mitglieder und Gäste aus Nah und Fern zu einer gut bürgerlichen Gäststätte
für Festlichkeiten und Veranstaltungen jeder Art.
Der
Apell von unseren älteren Mitgliedern geht daher an unsere
Vorstandschaft, an die Spieler der aktiven Mannschaften und vor
allem an die jugendlichen Fußballspieler das mit viel Fleiß und
Idealismus erstellte Clubhaus des VfR Kandel und unser herrliches
Bienwaldstadion im Sinne der älteren Generation und zur Förderung
des Kandeler Fußballsports weiter zu führen und in Ehren zu
halten. Ich glaube das müßte unsere Pflicht und unser Bestreben für
die weitere Zukunft
des VfR Kandel sein.
Die
Ehrungen die nun erfolgen sind nach sorgfältigen Recherchen mit den
damaligen Haupthelfern erfolgt und nach schriftlichen Aufzeichnungen
die Ludwig Poss sehr genau gemacht hat. Neben den vielen Helfern möchte
ich nochmals die Leute nennen die ihre Freizeit überwiegend dem
Clubhausbau gewidmet haben und hunderte von Stunden geleistet haben.
Hierbei sind besonders zu
erwähnen:
Walter
Bummer
Werner
Ewinger
Ludwig Poss
Emil Stoll
Fritz
Hirsch
Walter
Nauerth
Ferdinand
Meier
Josef
Winstel
Kurt
Hanß
Ernst
Poss
Dieter
Hirsch
Werner
Hoffmann
Hans
Werle
Horst
Gander
Erich
Jung
sowie
viele weitere Helfer und Freunde der Fußballer.
Bei
den Auszeichnungen werden vielleicht Personen vermißt die ebenfalls
viele Helferstunden verrichtet haben. Teilweise wurden sie bereits
mit der goldenen Ehrennadel des VfR als Gründungsmitglied
ausgezeichnet oder sie sind leider nicht mehr dem Verein zugehörig.
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